Chronik des Vereins

Text:  Edwin Gensheimer

          Dipl-Bw. (FH)

 

 

Die Sport- und Kulturgemeinde

 

Gründung / Umbenennung

 

Die Sport- und Kulturgemeinde wurde am 01. 03. 1953 als Sportgemeinde in der

Gaststätte „Zum Schwan“ gegründet. Dieser Zusammenschluss war lange Zeit der einzige und ist jetzt noch mit über 130 Mitglieder der stärkste Verein im Dorf. Die damalige Satzung sah die wettkampfmäßige Durchführung des Fußballspielens als Hauptzweck vor. Daneben sollten körperliche und willensmäßige Schulungen zur leichtathletischen Übungen durchgeführt werden. Ferner sollte das Tischtennisspiel und das gesellige und wettkampfmäßige Schachspiel gefördert werden. Da der Vereinszweck um kulturelle Aktivitäten erweitert wurde, hat man den Verein 1974 in Sport- und Kulturgemeinde Dernbach 1953 e. V. umbenannt. Die einzelnen Bereiche werden als Abteilungen geführt.

 

 

Fußball

 

Um überhaupt Fußball spielen zum können, waren Trikots, Bälle und Fußballschuhe erforderlich. Damit nicht Jahre vergehen bis der Verein durch Beiträge die notwendige Summe für die Anschaffungen beisammen hatte, wurde ein Antrag an die politische Gemeinde für ein Darlehen am 31. 03. 1953 in Höhe von 500 DM gestellt und angeboten, die Summe in monatlichen Raten von 20 DM zurückzuzahlen. Alle Vereinsmitglieder sollen dafür haften. Daneben wurde um Gewährung eines einmaligen verlorenen Zuschusses gebeten. Der Gemeinderat hat am 07. 04. 1952 nur dem Darlehen zugestimmt. Den Schuldschein haben am 15. 09. 1953 Ortsbürgermeister Kraus und der Geschäftsführer des Vereins Gienandt unterschrieben.

 

Der offizielle Spielbetrieb wurde im Kreis Landau in der C - Klasse bereits 1953 aufgenommen. Man spielte zuerst in Ramberg und wählte als Spielkleidung rot/blau. Der Sportplatz konnte, erst nachdem für das notwendige Gelände ein Pachtvertrag am 05. 05. 1955 geschlossen wurde, angelegt werden. Erstaunlich ist die Entwicklung, die die Mannschaft genommen hat, denn bereits in der Runde 1957/1958 belegte sie in der Tabelle den 2. Platz. Der größte Erfolg war die Pokalmeisterschaft 1959. Nachdem man sich für die Endpielteilnahme qualifiziert hatte, wurde gegen Birkweiler auf neutralen Platz in Albersweiler 4 : 1 gewonnen und dadurch Pokalmeister mit der Berechtigung in die B – Klasse aufzusteigen. Die Zuschauer kamen nicht nur aus Dernbach, sondern aus dem gesamten Umkreis, um diese beherzt und fair aufspielende Mannschaft zu sehen. Kameradschaft, Zusammenhalt und eine beflügelte Spielwiese brachte den Erfolg. Es war auch ein gesunder "Konkurrenzkampf" in der Mannschaft vorhanden, inbsbesondere zwischen den Stürmern. Jeder wollte die meisten Tore schießen. Die Siege wurden entsprechend in der Dernbacher Lokalität gefeiert und über die verlorene Spiele diskutiert. Heute kann man sich vielleicht nicht mehr vorstellen, dass auch auf korrekte Spielkleidung und gesputzten Fußballstiefel geachtet worden ist. Leider musste in der Spielrunde 1962/1963 wegen Spielermangel die Mannschaft abgemeldet werden. Ohne Fußball konnte sich die Jugend die Freizeitbeschäftigung dann doch nicht vorstellen, so dass für den Spielbetrieb 1964/1965 die Wiederanmeldung erfolgte. Nach 3 Jahren in der C – Klasse Kreis Bergzabern war wieder ein Wechsel in C – Klasse Kreis Landau gegeben. Die Mannschaft wurde endgültig nach der Saison 1969/ 1970 vom aktiven Fußballgeschehen abgemeldet. Einziger Spieltrainer war Josef Bosch und für den Spielbetrieb berechtigter Schiedsrichter war Edelbert Johann. Der Fußballbetrieb lebte mit Spielen der AH – Mannschaft noch einige Jahre fort. Hier ging es nicht mehr um Punkte, sondern nur noch um ein geselliges Beisammensein mit sportlichen Aktivitäten.

 

Die jährlichen Sportfeste waren Höhenpunkte für das gesamte Dorf. In den ersten Jahren wurde die Bevölkerung mit einem Umzug mit Blasmusik zu diesem Ereignis eingeladen.

 

Zeitweise gab es auch erfolgreiche Jugendmannschaften. Die A - Jugend, aus deren Reihen sich die erfolgreiche Mannschaft der 50- ziger Jahre zusammen setzte, war Meister der Gruppe B im Kreis Landau.

 

Um dem Verein finanziell eine solidere Basis zu geben, haben die Fußballer bei Autorennveranstaltungen den „Kassiererdienst“ übernommen und eine Provision aus den Einnahmen erhalten.

 

Turnerinnen/Gymnastik/Aerobic

 

Da Fußball zu damaliger Zeit reiner Männersport war haben die Frauen eine Turnerabteilung gegründet, um ebenfalls sportlich tätig zu sein. Sie betätigten sich auch allgemein am Dorfgeschehen, hielten Basare ab und spendeten die Erlöse für gemeinnützige Zwecke. Für die Kleinsten gab es ein Mutter-Kind-Turnen, das in der Krabbelgruppe der politischen Gemeinde weiter lebt. Heute gibt es eine „gemischte „Gymnastikgruppe, die sich wöchentlich im Dorfgemeinschaftshaus zu den Übungen trifft. Aerobic wurde zeitweise angeboten, wobei die Aktiven bei örtlichen Auftritten ihr Können zeigten und viel Lob und Applaus erhielten. Es besteht Interesse, zukünftig diese sportliche Seite durch Zumba zu erweitern.

 

 

Dernbacher Haus

 

Mit dem Einstellen des Fußballbetriebes und damit des Wegfalls des ursprünglichen Hauptzweckes, war es das Ziel, den Verein weiter am Leben zu erhalten und die Gemeinschaft zu fördern. Der Gedanke war faszinierend, ein Vereinsheim zu bauen, das von den Mitgliedern an den Wochenenden und Feiertagen ehrenamtlich bewirtschaftet wird. Im Keller sollten Duschen eingebaut werden, damit nach dem Spiel die AH – Mannschaften sich waschen konnten. Der Einbau wurde aber nie verwirklicht, da die Räume für die gastronomische Ausrichtung benötigt wurden. Mit Hilfe und eines Darlehens der politischen Gemeinde konnte der Traum verwirklicht werden und das Vereinsheim am Osthang ohne jegliche Lohnkosten erstellt und1974 eingeweiht werden. Bis Ende 1992 war es den Mitgliedern möglich, die Bewirtschaftung ehrenamtlich zu betreiben. Seit 1. 1. 1993 ist das Haus verpachtet und als Ausflugsziel ein Anziehungspunkt weit über unsere Grenzen hinaus bekannt. Durch die Anschaffung eines VW - busses zum Transport der benötigten Lebensmittel und Getränke konnten darüber hinaus bis zum Verkauf dieses Fahrzeuges auch Schwimmbadbesuche, Freizeitfahrten, der Transport der Kinder zum Kindergarten in Ramberg usw. realisiert werden.

 

 

Chor

 

Der gemischte Chor hatte seine 1. Singprobe am 03.02. 1981 mit über 40 Sängerinnen und Sänger. Mit „Sierra madre“ fing alles an. Das 10 – jähriges Bestehen hat man im 1991 im Pfalzhof gefeiert. 1998 erhielten Burga Lutz, Veronika Gensheimer sowie Lucie und Lothar Wadlinger Urkunden und Ehrenzeichen und beim 25 – jährigen Bestehen wurde Adelbert und Anneliese Grünenwald, Ursula Raninger, Werner Gensheimer und Gerda Dietrich die Silberne Ehrennadel des Pfälzischen Sängerbundes übereicht. Über 20 Jahre war Klaus Bonnemann Chorleiter. Das Repertoire umfasst sowohl weltliche wie auch geistliche Lieder. Heute wird der Chor als „Projektchor“ geführt und zeigt sein Können bei dörflichen Anlässen. Ein besondere Höhepunkt bei der 825 Jahrfeier war die Aufführung der Messe bre`ve no. 7 in C von Charles Gounod sein. Der Chor wird dabei von Sängerinnen und Sänger aus den Nachbargemeinden Albersweiler, Eußerthal und Ramberg unterstützt.

 

Baseball

 

Zeitweise wurde auch das Baseballspiel gefördert. Dazu musste ein Teil des Sportplatzes umgestaltet werden. 1993 hat der pfälzische Baseballlandesverband das süddeutsche Jugendauswahlturnier wegen der besonders guten Beschaffenheit des Spielfeldes auf unserem Sportplatzes austragen lassen. 2 Herrenmannschaften spielten in der Bezirksliga Rheinland – Pfalz. Es mussten weite Anreisen (teilweise bis nach Mainz) unternommen, um die sportlichen Aktivitäten ausführen zu können. Aus Spielermangel und auch wegen der hohen finanziellen Belastungen hat die Vorstandschaft entschieden, diese Abteilung 1994 zu schließen.

 

Trachten

 

1992 wurde die Trachtengruppe gegründet. Farblich abgestimmt ist die Tracht u. a. mit blau für den Dernbach, grün für den Wald und rot für die Kirschen. Unvergessen bleiben das Trachtenfest 1993 und das Kirschblütenfest 1995, bei dem ein Partnerschaftsvertrag mit der Folkloregruppe „La Gigue Dornoise“ aus Dornes im französischen Burgund geschlossen wurde. Das Schmücken der Oster- und Erntedankbrunnen obliegt der Trachtengruppe. Auch für das Abhalten der Kerwe in der heutigen Form war die Trachtengruppe zeitweise verantwortlich.

 

Nordic Walking

 

Seit 2004 gibt es die Nordic Walking Gruppe. Mit einem Rundgang durch das Kipperstal zum Vogelstockerhof und zurück wurde die erste Laufstrecke unter die „Stöcke“ genommen. Einmal in der Woche treffen sich die Interessierten um sportlich fit zu bleiben. An Wochenenden werden Wanderungen sogar im Schwarzwald unternommen. Auch Fackelwanderungen und Wettbewerbe mit unterschiedlicher Streckenlänge, wobei die Teilnehmer entsprechende Urkunden erhalten, sind Aktivitäten dieser Gruppe. Der Nordic Walking Park Dernbach/Ramberg wurde 2007 in Verbindung mit dem Tourismusbüro der Verbandsgemeindeverwaltung eingeweiht.

 

Sonstige Aktivitäten

 

Tischtennis wurde zeitweise angeboten. Die Räumlichkeiten im Dorfgemein-schaftshaus waren hierfür nicht besonders geeignet. Die politische Gemeinde hat eine Tischtennisplatte auf dem Sportplatz bereitgestellt, so dass jedermann die Möglichkeit hat, sich sportlich zu engagieren.

 

2004 wurde der Bouleplatz eingeweiht. Es stehen Spielbahnen mit Turniermaß zur Verfügung, die in Eigenleistung mit tatkräftiger Unterstützung der Jugendfeuerwehr

errichtet wurden. Jeder, der die Kugeln rollen möchte, kann die Bahnen nutzen.

 

Auch auf der Eisenbahner – Kegelbahn in Landau konnte man sich mit „Gut Holz“ vom Alltagsstress erholen.

 

Ob Radtouristik, Ski –Wandern oder einfach wandern in freier Natur wurden bzw. werden angeboten. Eine ganz besondere Wanderung ist die „kunsthistorische Wanderung“, die zusammen mit der politischen Gemeinde durchgeführt wird. Sie führt uns zu den Sehenswürdigkeiten in nah und fern. Um direkt vom Dernbacher Haus zur Burgruine Neuscharfeneck wandern zu können, haben die Vereinsmitglieder in 1364 freiwilligen Arbeitsstunden einen Wanderweg ohne Einsatz von maschinellen Geräten angelegt.

 

Zur Zeit werden Kurse in progressiver Muskelentspannung, Yoga, Qi Gong und Karate angeboten, die von Mitgliedern des Vereins mit den entsprechenden Qualifikationen geleitet werden.

 

 

 

Der Verein wird durch den Vorstand geführt, der durch die Generalversammlung

alle 2 Jahre gewählt wird (Neuwahlen am 28. 03. 2014). Der Vorstandschaft gehören z. Zeit an:

1. Vorsitzende: Ingrid Hörner

2. Vorsitzender: Peter Krausser

3. Beisitzer: Karin Dietrich; Martina Coldewey

4. Rechner: Alexandra Wolf (vorübergehend)

5. Schriftführer: Edwin Gensheimer

Abteilungsleiter:

Chor: Ulrike Jentzer

Trachten: Gerda Dietrich

Gymnastik: Brigitte Mühlbichler

Nordic Walking: Armin Grünenwald

Wandern: Edwin Gensheimer

 

Die Angelegenheiten, die das Dernbacher Haus betreffen, werden vom gesamten Vorstand, insb. aber durch die Vorsitzenden betreut.

Die bisherigen Vorsitzenden waren: Arno Kraus, Erwin Straßer, Lothar Wadlinger, Edwin Gensheimer, Franz Braun, Erika Grün, Christiane Gensheimer, Wolfgang Maier und Brigitte Mühlbichler. kommissarisch zeitweise Erwin Wadlinger

Ehrenmitglieder sind: Lothar Wadlinger, Werner Gensheimer (+), Edwin Gensheimer